jtemplate.ru - free extensions for joomla

Inklusive Schule in Kaiserslautern – Eulen nach Athen tragen?

Bewertung:  / 0
SchwachSuper 
018 - Karl Gerd MorgenthalerWie derzeit die Griechen bräuchte Kaiserslautern vorzugsweise eher Geld in seinen Kassen als Eulen. Wieder einmal zeigt die RHEINPFALZ in ihrer Ausgabe vom 27.03. mit dem Artikel „Modellschule Schillerschule“ eine unglaubliche Unkenntnis der regionalen schulischen Landschaft.

Der Stadtratskollege Walfried Weber, CDU, regte in der Stadtratssitzung vom 15.03 2010 an, in Kaiserslautern „inklusive Schulen“ einzurichten, in welchen behinderte und nichtbehinderte Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet werden könnten. Dies führte wohl zu dem oben erwähnten Artikel in der RHEINPFALZ. Seit einer Reihe von Jahren haben wir aber in Kaiserslautern bereits sechs solcher Schulen. Dies habe ich Herrn Weber bereits im öffentlichen Teil der erwähnten Sitzung mitgeteilt. Es sind dies:
  • Grundschule Geschwister Scholl
  • Grundschule Hohenecken
  • Grundschule Röhmschule
  • Hauptschule Geschwister-Scholl
  • Hauptschule Barbarossa
  • IGS Bertha-von-Suttner

 

Sechs weitere Schulen mit dem Schwerpunkt Inklusion befinden sich im Landkreis.

Natürlich wird demnach auch die neue Realschule plus Geschwister-Scholl/ Barbarossa diesen Schwerpunkt übernehmen und weiterführen.

Wenn es in diesem Artikel weiter heißt, dass „andere Länder hier schon viel weiter seien“ kann dies nicht für Rheinland-Pfalz gelten, sondern nur für die Bundesrepublik insgesamt. Im laufenden Schuljahr gibt es 172 Schwerpunktschulen – so heißen die Schulen mit dem Schwerpunkt Inklusion in Rheinland-Pfalz. Für den Unterricht gilt dabei:

Alle Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, im eigenen Lerntempo Lerninhalte zu bewältigen und individuelle Lernziele anzustreben. Sie leben und lernen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, die sonderpädagogischen Förderbedarf haben.
Der Unterricht zielt darauf, durch sonderpädagogische und individuelle Hilfen eine den persönlichen Möglichkeiten entsprechende schulische Bildung zu verwirklichen.

Der Unterricht ist - wenn erforderlich - zieldifferent*
Der Unterricht orientiert sich an den Lernzielen der verschiedenen sonderpädagogischen Förderschwerpunkte und ermöglicht Schulabschlüsse, die den individuellen Möglichkeiten entsprechen.
Als Grundlage der Förderung werden für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Förderpläne erstellt.
*Zieldifferenter Unterricht: Im Rahmen des zieldifferenten Unterrichts können die besonderen Schulabschlüsse erworben werden, die an Förderschulen erreicht werden können. Im zieldifferenten Unterricht streben nicht alle Schülerinnen und Schüler im Unterricht die gleichen Lernziele an. Alle Schülerinnen und Schüler verfolgen jedoch die Lernziele, die ihren individuellen Möglichkeiten entsprechen.
(Siehe http://sonderpaedagogik.bildung-rp.de/schwerpunktschulen)

Eine der ersten Schulen mit inklusivem Unterricht war übrigens die IGS Bertha-von-Suttner. Die geforderte Einrichtung einer solchen Schule als eigenständige Schulart würde allerdings dem Gedanken der Inklusion (von lat. Includere – einschließen) absolut widersprechen. Gerade behinderten Kindern und Jugendlichen muss ein Schulbesuch ohne Diskriminierung ermöglicht werden. Deswegen muss Inklusion im regulären allgemeinbildenden Bereich stattfinden. Hierzu liegen in Kaiserslautern langjährige Erfahrungen vor. Sehr erstaunlich ist nur, dass davon der Lebenshilfe nichts bekannt ist.
Eine Schule mit gemeinsamem Unterricht für behinderte und nicht behinderte Kinder in Kaiserslautern als Pilotprojekt für Rheinland-Pfalz einzurichten zu wollen, hieße also tatsächlich „Eulen nach Athen zu tragen“.
Begrüßenswert wäre natürlich auch für Kaiserslautern, wenn sich weitere Schulen – vor allem weiterführende Schulen – für eine Schwerpunktsetzung „Inklusion“ öffnen würden.

 

Karl Gerd Morgenthaler

 

{backbutton}